ADHS-Stempel

AD(H)S – sind die Erwachsenen das Problem?

Für Remo Largo, einen Kinderarzt aus der Schweiz, ist das Problem bei AD(H)S nicht das Kind. Für ihn sind es die Erwachsenen. Früher hatten Eltern immer mehrere Kinder. Wenn dann ein Kind in der Schule nicht so erfolgreich war, war es nicht so schlimm. Heutzutage haben viele Eltern nur ein Kind. Dieses Kind muss unbedingt funktionieren, brillieren und super Leistungen in Schule und bei den Freizeitaktivitäten erbringen.

Manche Kinder sind bewegungsfreudiger, andere eher ruhiger. Viele bewegungsfreudigere Kinder können sich schlechter konzentrieren und infolgedessen weniger gute Leistungen erbringen. Deshalb werden sie in unserer heutigen Gesellschaft als unangepasst wahrgenommen. Damit sich auch dieses Kind den „Anfordernissen“ der Gesellschaft anpassen kann und die Leistungsanforderungen von Eltern und Lehrern erfüllen kann, bekommt es einen Stempel aufgedrückt, der sich AD(H)S nennt.

Anstatt dass Eltern, Lehrer und Behörden die Kinder mit ihren Stärken bei AD(H)S wahrnehmen, werden die Kinder durch Gabe von Medikamenten ruhiggestellt. Schade, dass die Erwachsenen die Kinder einem erfundenen Standardmaß anpassen statt Kinder einfach Kinder sein zu lassen.

ADHS – das Problem sind die Erwachsenen

ADHS – das Problem sind die ErwachsenenFür den Schweizer Kinderarzt, Remo Largo, liegt das Problem in der Gesellschaft. Im Interview mit Frontal21 kritisiert er, dass immer mehr Kinder, die nicht den Leistungsanforderungen entsprechen, völlig zu Unrecht die Diagnose ADHS und in der Folge häufig starke Medikamente wie Ritalin erhalten. Seine Bücher über kindliche Entwicklung gelten als Standardwerke. Dabei seien das Problem nicht die Kinder, sondern die Erwachsenen. Eltern, Lehrer und Behörden stünden heutzutage enorm unter Druck und seien nicht mehr bereit, Kinder so zu nehmen wie sie sind, so der Erziehungsexperte gegenüber Frontal21.Quelle: ZDF Frontal21Dauer: 9:02 Minuten

Gepostet von Neue Wege finden am Sonntag, 21. Januar 2018