Natur und AD(H)S

AD(H)S-Kinder und Eltern – raus in die Natur!

„Zurück zur Natur!“ Dieser Ausspruch wird dem Genfer Schriftsteller Jean-Jaques Rousseau (1712 – 1778) [1] zugesprochen, der als Philosoph, Pädagoge und Naturforscher einer der wichtigsten Vertreter der Aufklärung war. Und Aufklärung ist gerade im Hinblick auf AD(H)S auch heute äußerst wichtig.

Weg von der Pharma-Welt. Weg von den sozialen Medien. Und hin zur Natur. Denn diese ist und bleibt die Grundlage unseres Lebens.

Doch wie lernen unsere Kinder heutzutage die Natur kennen? Ich meine die „wirkliche Natur“ und nicht die Natur, wie sie den Kiddies in Filmen oder Computerspielen begegnet.

Wann kommt ein Kind heutzutage noch mit der Natur in Berührung? Allenfalls auf einem funktionellen Spielplatz! Kennen die Kids von heute noch einen realen Garten oder gar einen Wald?

In dem sehr interessanten und aufrüttelnden Beitrag „Kinder, raus in die Natur!“ [2] fordert die Autorin Eva Rosenfelder uns auf, unseren Kindern wieder die Möglichkeit zu geben, die Natur zu erleben. Sie stellt das Konzept von Natur- und Wildnisschulen vor.

Man muss aber meines Erachtens nicht gleich solche Wildnisschulen besuchen, sondern es genügt auch ein gemeinsamer Waldbesuch von Eltern und Kindern.

Meine Nachforschungen haben übrigens ergeben, dass Prinzessin Victoria und Prinz Daniel von Schweden ihre Tochter Estelle in einen wald- und naturorientierten Kindergarten schickten [5] – eben in einen Waldkindergarten mit vielen Outdooraktivitäten [6]. Warum wohl?

Mädchen im Herbst

Kinder sind neugierig und so ist es geradezu optimal, wenn Kinder mit ihren Eltern (natürlich gerne auch mit den Großeltern) auf Entdeckungsreise gehen können. Aus einer solchen Entdeckungsreise kann schnell eine Forschungsreise werden, bei der nicht nur Neugierde und Wissensdurst der Kinder geweckt, sondern auch Bewegungsdrang und Bewegungsfreude gefördert werden. Und gerade in der heutigen Zeit ist Bewegung in der freien Natur besonders wichtig.

Vor einem halben Jahrhundert war es noch ganz normal, dass Kinder sich mittags auf der Wiese oder im Wald tummelten. Dort war dann der Bau eines Moosgärtchens oder eines Stauwehrs angesagt. Durch das Barfußlaufen und das Spielen mit Erde, Schlamm und Wasser waren die Kinder stundenlang mit der Erde verbunden. Sie waren also ständig geerdet. Heutzutage ist das leider nicht mehr der Fall. Und so müssen wir künstlich mit Erdungsprodukten ein „Earthing“ erreichen. Dabei würde für die Kinder das barfuß Laufen schon genügen.

„Earthing bedeutet, sich wieder mit der Erde zu verbinden. Der moderne Mensch aber lebt längst getrennt von seinem eigenen Planeten – und wird immer häufiger krank. Wenn wir jedoch die Verbindung zu Mutter Erde wieder aufnehmen, kann uns ihre heilende Energie dabei helfen, wieder gesund und heil zu werden.“ [4] Und wer weiß – vielleicht würde die Diagnose AD(H)S dann nicht mehr so häufig gestellt werden, wenn sich die Kinder wieder auf natürliche Art und Weise erden würden.

„Wenn Sie beim Wort Energie an esoterischen Klamauk denken, dann werden Sie überrascht sein, wie gut und schnell Earthing hilft. Sie müssen es nur ausprobieren. Earthing ist sehr leicht umzusetzen. Es kostet nichts und steht daher jedem Menschen zur freien Verfügung.“ [4]

Hier im Wald erleben die Kinder im wahrsten Sinne des Wortes, dass die Natur bzw. die Erde uns alles zur Verfügung stellt, was wir zum Leben brauchen.

„Immer mehr Kinder erhalten heute die Diagnose Depression oder AD(H)S, oder kommen mit  der Schule nicht zurecht, weshalb man ihnen zunehmend größere Mengen Psychopharmaka verabreicht. Stimmen werden immer lauter, dass es eine direkte Verbindung zwischen diesen Symptomen und dem naturfremden Leben unserer Kinder gibt. […] Für viele Kinder mit der Diagnose AD(H)S wirkt Natur wie ein Medikament. […] Spielen in der Natur und die Neugierde für die natürliche Umgebung ist nichts, was wir lernen müssen. Es ist bereits in uns, und alles, was wir dabei lernen müssen, ist, jene Dinge zu verlernen, die uns davon abhalten.“ [3]

Also: Zurück zur Natur, denn sie ist die Lehrmeisterin für uns alle. Deshalb mein Appell:

Kinder und Eltern, raus in die Natur!

 

 

Quellen:

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Jacques_Rousseau

[2] In: Natur& heilen 8/2017,S.12-21

[3] Bastian Barucker, ebda. S. 19

[4] https://www.zentrum-der-gesundheit.de/earthing-ia.html

[5] https://www.bunte.de/royals/royals-weltweit/prinz-george-prinzessin-leonore-co-von-wegen-normale-kindergarten-und-schulkinder.html

[6] https://www.gala.de/royals/skandinavier/prinzessin-estelle–neue-wege-fuer-estelle-20002540.html